Sind nicht sichtbare Mängel vom Immobilienverkäufer anzuzeigen?

geschrieben am 14.07.2013 von Rainer Kronauer

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung oder verbindliche Aussage handelt. Sollten Sie konkrete Fragen haben, wenden Sie sich bitte direkt an uns. Unter 06241/933 90 90 stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.


Während der Immobilienverkäufer davon ausgehen kann, dass bei einem Neubau-Objekt auch die verdeckte Bausubstanz in Ordnung und den gesetzlichen Baubestimmungen genüge getan ist, kann es bei der Veräußerung von gebrauchten Immobilien durchaus zu Problemen führen, wenn Mängel dem Käufer nicht vorab angezeigt wurden. Jedoch kommt es dabei immer auf einen Umstand an: besteht oder bestand eine arglistige Täuschung oder nicht?

Bei Arglist haftet der Verkäufer


Grundsätzlich gilt beim Immobilienverkauf „gekauft wie gesehen“ und wird so oder so ähnlich auch in den Kaufvertrag aufgenommen werden. Allerdings wird sich wohl kein Verkäufer bereit erklären, dass Kaufinteressenten mit Hammer und Meißel anrücken, um quasi in die Mauer zu schauen. Das ist auch den Gerichten klar und deshalb ist das Fragen nach Mängeln dieser Brachialmethoden mit Hammer und Meißel doch ziemlich nahestehend - zumindest was die Aussagekraft vor Gericht betrifft. Es gibt Gerichtsurteile, bei denen es den verantwortlichen Richtern nur darauf ankam, ob der Verkäufer entsprechend nachgehakt hat. Denn dem Käufer wird durchaus Verantwortung auferlegt. Eine Immobilie zu kaufen, um anschließend nasse Wände oder marode Fenster zu kritisieren, funktioniert nicht generell.


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Der Käufer muss sich informieren


Zunächst muss der Käufer nachgewiesen haben, dass er den Verkäufer dazu gefragt hat. Daraus lässt sich folgern: je mehr ein Kaufinteressent schon bei der Besichtigung wissen will, desto wahrscheinlicher ist ein Urteil zugunsten des Käufers, wenn es zum Streitfall über Arglist beim Verschweigen von Mängeln kommt. Nun sind aber viele Verkäufer von Immobilien ebenfalls nicht vom Fach. Daher ist auch für den Verkäufer das Einholen eines unabhängigen Gutachtens ratsam. Konnte der Gutachter einen später vom Käufer gefundenen Mangel nicht nachweisen, liegt das in seinem Verantwortungsbereich. Ein angenehmer Nebeneffekt für den Verkäufer aber auch den Kaufinteressenten: ein neutrales Gutachten unterstreicht zusätzlich die Seriosität des Immobilienverkäufers und potenzielle Käufer geben so viel schneller eine Zusage.

Das neutrale Gutachten: Vorzüge für beide Parteien


Ein Gutachter ist also seitens des Verkäufers allemal eine Überlegung wert. Denn nicht nur, dass es zu den eben genannten Vorteilen beim Verkauf kommt. Konnte ein Käufer einem Verkäufer tatsächlich Arglist nachweisen, kann dieser nicht nur die Kosten zur Reparatur einfordern. Darüber hinaus hat der Käufer das Recht, vom Kaufvertrag zurückzutreten. Das kann für den Verkäufer sehr teuer werden, da alle anderen Kaufkosten wie Makler, Notar, Gerichtskosten usw. von ihm zu ersetzen wären. Der Kostenaufwand für ein unabhängiges Gutachten sichert nicht nur gegen diese möglichen Probleme ab, die Kosten liegen so ebenfalls ein Vielfaches unter sonst zu tragenden Kosten im Falle eines Kaufrücktritts.

Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Unser Team von RE/MAX Invest Worms, Ihrem Immobilienmakler in Worms, steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!


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